Blog-O-Quest #044 – Regelwerke

Und wieder eine Blog-O-Queste, diesmal geht es um Regelwerke. Veranstaltet wird die Queste im Monat Mai von Greifenklaue und Christophorus.

1) Umfassend komplex, aufs Nötigste reduziert oder kreativ verpackt: Wie sollte für dich das optimale Regelwerk aussehen?

Mit jeder Regel stirbt ein Einhorn! Deshalb bevorzuge ich eher regelarme Systeme. Ich will kein Regelwerk, das mir für jede denkbare Situation eine möglichst „realistische“ Regel liefert. Ich will einen überschaubaren Satz an Werkzeugen, die ich einsetzen kann um eine Szene aufzulösen. Zusätzlich habe ich gerne einen Schuss Sexyness, also etwas, das mich beim Durchlesen direkt begeistert. Ich fühle mich da bei Fate Core sehr gut aufgehoben, auch wenn das für einige nicht mehr wirklich unter rules light fällt.

Wobei ich da schon auch unterscheiden muss zwischen Charakter basteln, spielen und leiten. Ich hab durchaus Spaß daran, in komplexen gamistischen Systemen wie Pathfinder, Shadowrun oder sogar DSA 4 einen Charakter zu basteln. Aber ich sehe das eher als Min-/Maxing Fingerübung und nur selten verspüre ich dann auch Lust, diese Charaktere zu spielen. Beim Spielen selber fühle ich ich oft eingeschränkt durch viele Regeln, aber man kann mich schon zu so einer Runde überreden. Als Spieler. Denn als Spielleiter sind komplexe Systeme ein No-Go für mich. Ich lerne gerne die Regeln, die für meinen Charakter relevant sind, aber ich hab keinen Bock und keine Zeit, mir drei verschiedene Magiesysteme, Regeln für Hacken, Reitturniere und Fahrzeugkampf und was weiß ich noch was anzueignen.

2) Welche Regelwerke haben dich bisher am meisten überrascht, und weshalb? (Positiv wie negativ)

Am meisten positiv überrascht hat mich Fate Core. Vor allem die Aspekte haben mich begeistert. Sie ersetzen auf elegante Art und Weise so unnötige Regelkonstrukte wie Rassenboni, Vor- und Nachteile oder reine Fluffskills wie Töpfern oder Ackerbau. Dabei war mein erster Kontakt zu Fate über das alte Dresden Files Rollenspiel, das mich nicht wirklich begeistert hat. Ich hab mir aber dann das Fate Core Regelbuch gekauft und das war dann doch Liebe auf den ersten Blick.

Negativ überrascht hat mich Shadowrun Anarchy. Ich hätte mir da einen etwas leichteren Ansatz erwartet.

3) Verwendet ihr Hausregeln, um Regelwerke nach euren Vorstellungen umzuformen?

Klare Antwort: Jein. Erstmal bin ich kein Fan von Hausregeln, weil sie es schwerer machen, neue oder Gastspieler ins Spiel einzubauen. Als Spielleiter habe ich eine Standard-Hausregel: wenn ich die benötigte Regel nicht kenne, dann improvisiere ich. Wer sich als Spieler dadurch benachteiligt fühlt, darf gerne auf die Anwendung der korrekten Regel bestehen, wenn er sie kennt (nicht nachschlagen!).

Bei Fate Core ist es ohnehin so, dass man das Regelwerk an das bespielte Szenario anpassen muss. Zum Beispiel welche Skillliste wird verwendet? Wie wird Magie umgesetzt? Wie werden Begleiter gehandhabt? Aber das betrachte ich nicht als Hausregel, das ist systemimmanent.

4) Lest ihr lieber das fremdsprachige Original, oder kauft ihr (auch) die lokalisierte Fassung?

Ganz klar das englische Original. Ich bin das so gewohnt, als ich mit dem Rollenspiel begonnen habe, gab es noch gar nicht so viel deutsches Material. Dazu kommt, dass die Originale früher erhältlich sind und schließlich mein Hauptgrund: die teilweise schrecklichen Übersetzungen. Einzig für Shadowrun habe ich mir manchmal die deutsche Übersetzung zusätzlich gekauft, weil die Übersetzer oft zusätzliches Material mit reingepackt haben.

5) Hattest du schon einmal die Idee, ein eigenes Rollenspiel-Regelwerk (und ggf. damit verbunden, ein eigenes System) auf die Beine zu stellen? Wenn ja: Was ist daraus geworden?

Ja, aber welcher ernsthafte Rollenspieler hat das noch nicht? Meinen letzten Versuch habe ich auch regelmäßig gespielt, aber irgendwann habe ich das Kampfsystem dann mathematisch analysiert und es daraufhin als nicht reparierbar verworfen. Heute würde es auch nicht mehr meinem Anspruch an ein Regelwerk und meinem Spielstil entsprechen.

EIN PAAR WORTE ZUR QUEST – WIE SIE FUNKTIONIERT …

Was ist die RPG-Blog-O-Quest?

Hier stellen sich Rollenspielblogger gegenseitig im Monatswechsel jeweils fünf Fragen zu ihrem Lieblingshobby. Ursprünglich organisiert von Greifenklaue und Würfelheld, sind inzwischen auch andere Blogger zu Fragenstellern geworden und geben entweder im Lückentext die Möglichkeit, eigenes zu ergänzen, oder konkrete Fragen zu beantworten.

Wer kann teilnehmen?

Jeder, der Lust hat, die gestellten Fragen zu beantworten und in seinem Blog, Podcasts, Vlogs oder ähnlichem mit einem Verweis auf den Ursprungstext zu beantworten, damit die Leser auch bei anderen Teilnehmern stöbern können

Was sollten Teilnehmer nicht vergessen?

Dem jeweiligen Blog-O-Quest-Veranstalter einen Link zum eigenen Werk zukommen zu lassen, damit man diesen weiter verbreiten kann! Ggf. im RSP-Blogs-Forum.

Was bringt das Ganze?

Hoffentlich den Bloggern Spaß beim schreiben, den Lesern ebenso Spaß beim Lesen und natürlich Einblicke in die Gewohnheiten und Ansichten anderer zum Hobby Rollenspiel. Idealerweise natürlich auch Inspiration für eigene Ideen.

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