Blog-O-Quest 47: genderswapping – die Antworten

Nachdem ich im August ein großes, fettes Ausrufezeichen über dem Kopf habe, nehm ich natürlich meine eigene Queste auch an. Hier sind meine Antworten auf meine Fragen:

1. Zu genderswapping bei Spielercharakteren stehe ich ambivalent weil …

…ich da eben unterschiedliche Erfahrungen gemacht habe. Ich kann mich jetzt nicht erinnern, schlechte Erfahrungen mit weiblichen Spielern und männlichen Chars gemacht zu haben. In meiner aktuellen Runde funktioniert es auch andersrum, also männlicher Spieler und weiblicher Char. In anderen Runden hab ich da aber schon auch weniger gute Erfahrungen gemacht. Besonders in Fantasy- und Cyberpunk-Settings. Hier gibt es auch die entsprechende Artwork zu Hauf, die einen gewissen Charaktertyp propagieren (siehe Bonusfrage). Auch das ist ein Grund, warum das Genderswapping in meiner Runde funktioniert: wir spielen da eher seltener bespielte Settings, aktuell Achtung Cthulhu!

Persönlich spiele ich weibliche Charaktere nur in Oneshots, nicht in längeren Kampagnen.

2. Bestimmte NSC Archetypen haben fast immer das gleiche Geschlecht: die Torwache ist männlich, die Bedienung in der Taverne weiblich. Der zerstreute, weißhaarige Professor ist stets ein Mann, während das Verhältnis von Callboys zu Callgirls gefühlt bei eins zu einer Million liegt. Egal, ob als Spieler oder Spielleiterin: hast du Erfahrung mit Neben-NSCs, die diese Geschlechtsstereotypen durchbrechen?

Als Spielleiter improvisiere ich die meiste Zeit, daher sind meine Kurzauftritts-NSCs meist spontan ausgedacht. Ich bin da schon ganz zufrieden mit mir, wenn mir ein Name und ein besonderes feature dieser Figur einfallen. Dementsprechend erfüllen diese NSCs dann auch sehr oft das passende Geschlechter-Klischee.

Bei (geplant) wiederkehrenden NSCs mache ich mir schon Gedanken darüber, welches Geschlecht diese haben. Mein Kriterium ist dabei aber nicht die Ausgewogenheit zwischen Männern und Frauen, sondern ich versuche eine bestimmte Wirkung mit dem NSC zu erzielen und da gehört dann auch das Geschlecht dazu. Wie viel das Geschlecht dann zu dieser Wirkung beiträgt, ist allerdings schwer einzuschätzen, da müsste ich erst ein paar A/B Tests machen.

3. Hast du schon mal eine Figur aus Literatur, Film oder Videospielen zum Vorbild für deinen Charakter genommen und das Geschlecht getauscht? Oder hast du das bei einer deiner Mitspielerinnen schon mal erlebt? Hat das Konzept funktioniert?

Nein, selber noch nicht. In einer DSA Kampagne hat mal ein Mitspieler uns sein Konzept als Indiana Jane vorgestellt, also als weiblichen Indiana Jones. Allerdings gibt es da eben die fast ebenso bekannte Figur der Lara Croft, die eigentlich genau das ist. Im Spiel wars dann auch relativ egal, einerseits, weil die Kampagne recht bald abgebrochen wurde und andererseits weil in der Runde eher herausforderungsorientiert als charakterzentriert gespielt wurde.

4. Hast du Erfahrung mit Spielercharakteren oder wichtigen NSCs, die weder weiblich noch männlich sind? Zum Beispiel Hermaphroditen, geschlechtlich Unentschlossene oder Rassen, die keine Geschlechter kennen?

Ja, Obsidimen in Earthdawn kennen kein Geschlecht. Allerdings glaube ich, dass es mir nicht wahnsinnig gut gelungen ist, diese Geschlechtslosigkeit rüberzubringen. Der Char war ein Krieger-Philosoph. Und sowohl Krieger als auch Philosoph erzeugen bei den meisten wohl männliche Bilder im Kopf. Und so wurde mein Obsidianer von meinen Mitspielern wohl auch als Mann wahrgenommen.

5. Hast du es schon mal erlebt, dass ein Spielercharakter während der Kampagne für längere Zeit das Geschlecht gewechselt hat? In DnD und Konsorten gibt es dafür ja eigene Zaubersprüche, in moderneren Settings kann man sich umoperieren lassen, vielleicht ist aber auch einfach nur die Seele des SCs durch die Intervention eines Gottes oder eines Dämons in einem andersgeschlechtlichen Körper gefangen. Hat der Geschlechtswechsel zu interessantem Rollenspiel geführt?

Nein. Ich würde als SL auch keinen Charakter für länger als eine Spielsitzung einer Geschlechtsumwandlung unterziehen, ohne das mit dem Spieler oder der Spielerin vorher abzuklären. Ich fände aber das Konzept eines Mannes, der durch Magie oder ähnliches im Körper einer Frau gefangen ist, durchaus interessant.

Bonusfrage: für jeden von einem Mann gespielten weiblichen SC, der bildhübsch, spärlich bekleidet, mega-tough und entweder lesbisch oder nymphoman war, den du je gespielt oder erlebt hast, schuldest du mir ein Bier. Wie schlimm wird mein Rausch?

Ich vertrage Bier ganz gut, daher wird’s wohl nur ein Damenspitz. Vor allem auf Cons und in meiner Jugend bin ich über solche Chars schon gestolpert. Selber hab ich mich dessen nicht schuldig gemacht. Blöd nur, dass ich mir die Gerstensäfte selber zahlen muss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.